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webgrrls auf Reisen nach Paderborn – zu Ada ins HNF

an der warmen Padder

An der warmen Pader, im Hintergrund die Paderschänke

PaderSprinter, Paderdruck, Paderschänke, Padder Imbiss und noch mehr namensweisende Angebote begegnen einem in Paderborn, der Stadt, der wir wegen ihres außergewöhnlichen Computermuseums einen Besuch abstatteten, zu dem alle webgrrls eingeladen waren.

Auffällig auf den angenehm erfrischenden Fußmärschen zwischen Hotel und Museum sind die parkähnlichen Anlagen mit viel fließend klarem Wasser. Kein Wunder – im Stadtgebiet von Paderborn gibt es etwa 200 Quellen, die Paderquellen. Ihnen entspringt die Pader, die mit nur vier Kilometern Länge der kürzeste Fluss Deutschlands ist.

Im Heinz Nixdorf Museumsforum

hnfGrund unserer Reise war das Heinz Nixdorf Museumsforum, das mehr als das größte Computermuseum der Welt bietet. Und wir wurden nicht enttäuscht. Um es vorweg zu sagen, zwei halbe Tage reichen nicht aus, um alle Exponate erkunden zu können. Was mit einer Privatsammlung des Firmengründers Heinz Nixdorf (Nixdorf Computer AG) im Jahre 1977 begann, füllt heute gut dokumentiert mehrere Etagen.

Auf ca 6.000 qm Fläche werden Exponate aus 5.000 Jahren Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Informationstechnik gezeigt. Alles begann mit der Entdeckung der Zahl und Schrift um 3.000 v. Chr., um den Warenaustausch festzuhalten.
Zudem werden die Exponate in einem breit angelegten sozial- und wirtschaftshistorischen Kontext gezeigt, was den Besuch nicht nur für Computerfachmenschen interessant macht.

Am Anfang war Ada. Frauen in der Computergeschichte

Codebreaker Ladies in Bletchley Park

Mit der Sonderausstellung zu Ada Lovelace 200. Geburtstag (* 10. Dezember 1815) wendet sich das Museum nun auch den Frauen und ihren besonderen Leistungen in der Computergeschichte zu.

Adas Leben und Werk sind Mittel- und Ausgangspunkt der Ausstellung. In den anschließenden Bereichen werden zahlreiche weitere Pionierinnen zeigt, die bis heute die Entwicklung der Informationstechnik wesentlich vorangebracht haben.
Dazu gehören die drei Pionierinnen der Software Grace Hopper, Mary Allen Wilkes und Adele Goldberg. Für den digitalen Fortschritt der letzten Jahrzehnte stehen Christiane Floyd (1978 erste Informatik-Professorin in Deutschland), Nadia Magnenat-Thalmann und die 1979 geborene Maker- und Open-Source-Aktivistin Limor Fried.

Von der Tontafel über die Rechenmaschine ins digitale Zeitalter

Sowohl für die Sonderausstellung als auch für das gesamte Museum hatten wir an beiden Tagen eine ausgezeichnete und engagierte Führung. Vor allem die vielfältigen Exponate und Informationen im Museum konnten mit dieser Hilfe auf das Wesentliche konzentriert werden.

Unsere Zeitreise durch die Informationstechnologie begann mit einer Tontafel, auf der Informationen zu Art und Menge von Zutaten zur Bierherstellung verzeichnet sind. Sie endete an modernen Computern mit den neuesten Anwendungen. Dazwischen begegneten wir der Entstehung von Schrift und Zahlen, dem Buchdruck, den denkwürdigsten mechanischen und später elektrischen Rechenmaschinen, bis hin zum ersten praktisch angewendeten elektronischen Universalrechner, der Eniac.

Wir sahen den ersten Apple, der nur aus einer Platine bestand, und redeten mit dem humanoiden Roboter Nadine.
Manche Exponate laden zum Ausprobieren ein – wie das digital-mechanische Xylofon, das in Grace Hoppers Museumsbereich steht und einen Compiler anschaulich demonstriert. Man kann Noten per Touch auf eine Notenlinie schieben. Jede Note wird dann in maschienenlesbare Schrift übersetzt, die dem Benutzer unter jeder Note in Nullen und Einsen angezeigt wird. Mit dieser digitalen Information wird dann eine Mechanik in Bewegung gesetzt, die das Xylofon in die Lage versetzt, die gerade komponierte Melodie abzuspielen. „Amazing Grace“ erfand den Compiler und ist Mutter der Programmiersprache COBOL.
Viel Wissenswertes gibt es im HNF zu erfahren, viel Beeindruckendes zu bestaunen. Ein Besuch kann absolut empfohlen werden.

Digital Demenz (vorletztes Foto):
Diesen Namen trägt eine Skulptur von Muharrem Batman, Judith Brun und Wolfgang Rommpel (Elektroniksteuerung), die 2013 in Berlin-Neukölln entstand und im Eingangsbereich des Heinz Nixdorf MuseumsForum (HNF) zu sehen ist. Ihre Zutaten sind ein Kunststoffkopf, Nixieröhren, Platinen, Telefonkontakte und andere elektronische Bauteile.

Fotos: Martina Preuss, Birgit Meichsner-Golze, Iris Pilarek

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