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Nachlese Impulsvortrag und Übung: Wie schicke ich mein Gehirn ohne Flugticket in den Urlaub

Offenbar sprach das angekündigte Thema an, denn zu den üblichen Verdächtigen gesellten sich am 8. Oktober einige neue Gesichter, darunter zwei webggrls aus den Anfangsjahren unseres Netzwerkes, was uns zu einer ausführlichen und interessanten Vorstellungsrunde hingerissen hat. Einige hatten wohl konkretere Erwartungen als andere an die Referentin Susanne Traumann (www.coaching-traumann.de). Vereinzelte Tweets zumindest legen  das nahe.

Ohne dass wir es anfangs wussten, war die ganze Twitterei an diesem Abend auf gewisse Weise ein Beleg für das noch nicht einmal Gehörte. (Die ungewöhnlich wenigen Tweets findet Ihr zusammengefasst auf Storify. Das nächste Mal gibts dort auch ’n extra webgrrls-Account. 🙂 )

Das war die spannende Frage: wie schraubt man sein ständig auf Hochtouren laufendes Ich so herunter, dass man erholsam entspannen kann. Ein Problem, das Selbständige, Freiberufler oder Angestellte auf mehr oder weniger gleiche Weise trifft, heißt, ständig gefordert sein und nicht (mehr) abschalten zu können. Das Gehirn hat also ständig zu tun, es ist zudem fast ohne Unterlass den wachsenden und wechselnden Anforderungen unserer technologisierten Welt ausgesetzt. Höchste Zeit also für einen Gehirn(flug)urlaub. Aber wie?

Genau da setzte Susanne Traumann bereits beim Essen an. „Schmeckt einfach mal bewusst das Stück Gemüse. Hört mal auf das Geräusch beim Kauen. …“ Wenn man mit sowas erst einmal anfängt, hat man am Ende eines stressreichen Tages glatt keine Lust mehr zum Twittern (alles klar?).
Im Ernst. Bereits bei dieser kleinen Nebenbei-Übung beginnt man ein wenig, sich selbst zuzuwenden – und damit von den Stressfaktoren abzuwenden. Dabei hatte Susanne Traumann durchaus noch mehr davon zu bieten.

In einem nicht allzu umfangreich gehaltenen Impuslvortrag erfuhren wir einiges zur Funktionsweise und den einzelnen Zuständen unseres Gehirns, die sich in unterschiedlichen Wellenlängen ausdrücken und messen lassen (EEG). Selbstredend hat ein auf- und stark angeregtes Gehirn andere Wellenlängen als ein entspanntes. Wichtig ist, dass die Zustände in gesundem Maß wechseln, um dem Gehirn und dem „angegliederten“ Körper einen Ausgleich zu ermöglichen. Das schafft die beste Grundlage für Regeneration und einen weiteren kreativen Arbeitstag.

Der mit Folien gestützte Vortrag zeigte den Zusammenhang zwischen der Arbeitsweise unseres Gehirns (rechte und linke Gehirnhälfte) und speziellen Übungen, mit denen wir unsere (Gehirn)Zustände positiv beeinflussen können. Denn „genauso wie unsere Muskeln, können wir das Gehirn als Teil von uns direkt ansteuern“.

Ein buntes Angebot von Übungsbeispielen ergänzte den Vortrag, z.B. zur Stimulierung des Zusammenspiels beider Gehirnhälften: Überkreuzbewegungen, also Bewegungen, die über die Mittellinie des Körpers gehen (rechter Ellenbogen zum linken Knie und umgekehrt; mit einer Hand am Bauch kreisen und gleichzeitig mit der anderen auf den eigenen Scheitel klopfen; neben analytischen Aufgaben Musik hören; beim Lernen auf und ab gehen).
Oder  Entspannungsübungen für den (Büro)Alltag: Zungenentspannung, Luft anhalten, Körperschaukeln.
Oder Augenübungen zur Entspannung der Augen, Training des Augenmuskels, Bildung eines Tränenfilms, Vorbeugung von Sehstörungen und dem Nachlassen der Sehkraft durch einseitige Belastung.

Kleines Beispiel gefällig? Übung Festgeschraubt:

  • Stellen Sie sich mit geschlossenen Beinen sicher hin.
  • Nun stellen Sie sich vor, wie jemand Ihre Füße fest an den Boden schraubt und Sie so mit der Erde verbindet.
  • Wiegen Sie sich nun von rechts nach links und von vorne nach hinten. Spüren Sie, wie Sie sich in aller Ruhe treiben lassen.
  • Versuchen Sie das Ganze dann mit geschlossenen Augen. Damit wird diese Übung zwar schwieriger, aber umso effektiver.

Zum Abschluss dieses etwas ungewöhnlichen Stammtisches erhielten wir eine „geführte Meditation„. Wir durften wählen zwischen drei inhaltlich unterschiedlichen Themen mit verschiedenen Zielen und entschieden uns für die kürzeste Meditation „Platz in der Halle schaffen“ (der Abend war bereits fortgeschritten). Ziel dieser Meditaiton ist es, sich von Themen zu distanzieren, die einen emotional stark beschäftigen und Energien binden, um für selbst ausgewählte Themen Kapazitäten zu schaffen.
Es war interessant zu erleben, wie unterschiedlich mit dieser Art des Work/Life-Balances umgegangen wurde – vertrauensvolles Einlassen, Kichern, offene oder geschlossene Augen, fleezen oder aufrecht sitzen – alles ok, meinte Susanne Traumann. Wichtig war der Erfolg, den alle Teilnehmerinnen mehr oder weniger empfanden. Ich persönlich gebe zu, dass ich diesen Trip leicht gewöhnungsbedürftig fand. Seine positive Wirkung jedoch kann ich nicht leugnen. Das Gefühl entspannter Leichtigkeit trug mich noch am nächsten Tag.

Folien und ein PDF mit Entspannungsübungen gibt es auf unserer Downloadseite für webgrrls. (Diese Seite ist geschützt, das Passwort gab es über die Regioliste.)

Susanne Traumann, Coach, HeilpraktikerinSusanne Traumann

Coach (system.),
Heilpraktikerin für Psychotherapie,
Dozentin, Personalreferentin
Hagenauer Str. 5 * 10435 Berlin *
FN 030 / 4405 4744 * Mobil 0176 / 24 922 354 *
www.coaching-traumann.de

Coaching-Traumann-Flyer

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